Zwölf Fallstricke bei Web-to-Print, die Sie im Jahr 2021 vermeiden sollten

Die zunehmende Digitalisierung hat E-Commerce für Web-to-Print-Dienstleister 2021 überall zum äußerst lohnenden Geschäft gemacht. Ludovic Martin ist ein renommierter europäischer Experte für Online-Druck; er verfügt über langjährige Erfahrung. Ein grundlegendes Prinzip besagt, dass man erst einmal wissen sollte, wie etwas nicht geht, bevor man sich damit beschäftigen kann, wie es richtig geht. Deshalb haben wir Ludovic Martin gebeten, uns die zwölf häufigsten Fallstricke zu nennen, denen Projektverantwortliche bei Web-to-Print aus dem Weg gehen müssen.

Seit zwanzig Jahren arbeite ich an Online-Druckprojekten im B2B- und B2C-Bereich; ich war daran als Angestellter ebenso wie als Berater beteiligt. Notfälle scheinen meine Spezialität zu sein, denn in den meisten Fällen haben mich verzweifelte Geschäftsführer hinzugezogen, denen plötzlich klar wurde, dass ihre teure Plattform eigentlich Geld verbrennt, statt der Auftragsbearbeitung zu dienen.

Aus Erfahrung weiß ich: Beim Online-Druck wünscht man sich die Vorzüge des E-Commerce, ist aber nicht auf damit verbundenen Gefahren und die spezifischen Einschränkungen infolge der Individualisierung vorbereitet. Diese Konstellation verwandelt das Traumziel in eine Albtraumrealität. Nehmen Sie guten Rat an, um aus den Fehlern anderer lernen zu können.

Ich stelle hier zwölf der häufigsten Fallstricke vor, die mir beim Online-Druck untergekommen sind. Lesen Sie bitte weiter, und lassen Sie mich gern wissen, über welche davon Sie selbst auch gestolpert wären und wie Sie jetzt stattdessen vorgehen werden.

Fallstrick 1: Übereilter Einstieg in Web-to-Print.

Angesichts der COVID-19-Situation sind B2B-Einkäufer – sehr zum Entsetzen vieler Unternehmen – auf Online-Beschaffung umgestiegen. Die Vertriebsmitarbeiter der betreffenden Unternehmen saßen im Büro oder zu Hause fest und hatten nur begrenzte Möglichkeiten, Kunden zu besuchen oder neue Interessenten zu finden. Den Verantwortlichen wurde klar, dass das Unternehmensangebot im Internet unsichtbar war und Kunden zu Mitbewerbern abwanderten.

Übereilt wurde daraufhin ein Online-Shop gekauft oder – noch schlimmer – auf die Schnelle ohne durchdachtes Konzept erstellt. Angst ist aber nie ein guter Ratgeber. Beim Starten einer Website ist es nicht wie beim Starten eines Autos, das sich ohne Kraftstoff nicht vom Fleck bewegt. Die digitale Ladenfront stellt nicht den Anfang dar, sondern das Ende eines strategischen Prozesses als Dreh- und Angelpunkt.

Überstürzen Sie weder Ihre Entscheidungsfindung noch den Einkaufsprozess. Sie werden sonst nur feststellen, dass Sie unnötigerweise Geld und Energie verlieren.

Wie gelingt der Einstieg in Web-to-Print am besten?

Machen Sie Ihre Hausaufgaben – selbst dann, wenn Sie es eilig haben. Auf lange Sicht wird sich der Aufbau einer globalen E-Commerce-Strategie für Ihr Unternehmen als sehr lohnende Investition erweisen. Setzen Sie sich kurz- und langfristige Ziele. Beziehen Sie dabei unbedingt alle Unternehmensabteilungen ein, um Vorschläge und Rückmeldungen zu erhalten. E-Commerce wird sich auf alle im Unternehmen auswirken, daher müssen auch alle von Anfang an in das Projekt einbezogen werden. Erstellen Sie einen OKR-Plan (Objectives and Key Results), der für alle verständlich ist, und setzen Sie ihn mit Methoden des agilen Marketings schnell um. Denken Sie dabei beispielsweise an Workshops zum Ermitteln von Kundenanforderungen, Marktveränderungen und Wettbewerbsumfeld. Als Erstes stehen die Zukunftsvision und die Strategie auf dem Programm, dann das Team und schließlich Web-to-Print.

Fallstrick 2: Online-Geschäft als separate Marke.

Ich kann verstehen, wenn man dem neuen Projekt einen neuen Namen geben will. Viele Druckdienstleister meinen, dass die Umwandlung ihrer E-Commerce-Plattform in eine neue Marke oder sogar neue Geschäftseinheit das Erfolgsrezept schlechthin ist. Oft gehen sie davon aus, dass ihre Online-Kunden nicht mit den Offline-Kunden identisch sein werden. Manchmal wird auch befürchtet, dass die Bestandskunden negativ reagieren, wenn sie die Online-Preisliste entdecken.

Tatsächlich ist die Schaffung einer eigenen Marke für Online-Kunden das Patentrezept, mit dem Silos entstehen, also voneinander isolierte Bereiche im Unternehmen. Für jede Marke braucht man maßgeschneidertes Marketing mit separatem Kundenservice, neuer Telefonnummer, einer eigenen Website und neuen Social-Media-Profilen. All das muss angelegt und verwaltet beziehungsweise gepflegt werden. Am Ende macht man alles doppelt, bezahlt zweifach und ist auf unbestimmte Zeit mit dem Managen von zwei Marken beschäftigt.

Folgendes würden Sie letztlich erfahren:

1) Sie sind nicht in der Lage, verschiedene Marken effizient mit Leben zu erfüllen.
2) Ihre Kunden begreifen schnell, dass sich hinter den Marken ein und dasselbe Unternehmen verbirgt. Aus Sicht der Kunden ist das unsinnig.

Wie positioniert man das Online-Geschäft bestmöglich?

Konzentrieren Sie sich nicht auf die gegebenen Beschränkungen, sondern auf die Kunden. Sie wissen, dass Einkäufer ebenso wie Verbraucher im Internet auf Produktinformationen und Preisangaben zugreifen. Der Vertriebsservice wird dafür nicht extra angerufen – die Informationen sollen schließlich schnell zur Verfügung stehen, verbunden mit der Möglichkeit, sofort eine Bestellung aufzugeben. Es schadet aber nie, dem Service nach dem Kauf eine persönliche Note zu geben. Wenn ein fachkundiger Vertriebsmitarbeiter anruft beziehungsweise einen Besuch abstattet, um nachzufragen, ob weitere Beratung oder ein spezifischeres Angebot erwünscht ist, kommt das sicher gut an. Wie wäre es also mit dem Aufbau einer Kundenhistorie, die intelligent zwischen Online- und Offline-Kontaktpunkte ausgependelt ist und ein einzigartiges Nutzungserlebnis entstehen lässt? Meine Empfehlung: Stärken Sie Ihre aktuelle Marke, indem Sie Ihren E-Commerce-Kanal als zusätzlichen Service anbieten, nicht als zusätzliche Marke. Ihre Kunden werden diesen Schritt verstehen, und Sie vereinfachen Ihren Marketing- und Vertriebsteams damit das Erweitern des Serviceangebots. Außerdem sind da noch alle Mitarbeitenden, die diesen Schritt ganz logisch für die Weiterentwicklung des Unternehmens finden werden (und nicht für eine weitere verrückte Start-up-Idee des Geschäftsführers halten).

Fallstrick 3: Zeit für Technikzentrierung.

Eher nicht! Der größte Fehler, den die meisten Geschäftsführer machen: Sie bitten ihren IT-Leiter oder ihre Internetagentur, das E-Commerce-Projekt in Eigenregie zu verwalten.

Meiner Erfahrung nach löst so etwas das Babylon-Syndrom aus: Man will alles von Grund auf neu machen, dabei die neuesten und coolsten Technologien einsetzen, aber die Kundenanforderungen unberücksichtigt lassen.

Ehe man sich’s versieht, hat sich das Unternehmen dann in einen Herausgeber von Web-to-Print-Software verwandelt, obwohl doch eigentlich nur eine Verkaufsförderungshilfe genutzt werden sollte. Man hat eine unglaublich teure Blackbox erschaffen, die viele Monate lang keinen einzigen Auftrag verarbeiten kann, dafür aber einen ausführlichen Einblick in die Integrationssoftware-Hölle gibt. Viel Erfolg damit!

Wie geht man die technische Einrichtung einer E-Commerce-Plattform am besten an?

Widmen Sie sich dem Kern des E-Commerce, also dem Kommerz beziehungsweise dem Handel. Legen Sie die Leitung des Projekts in die Hände der Mitarbeitenden mit der stärksten Kundenorientierung. Bitten Sie diese Mitarbeitenden, die Technologielandschaft zu analysieren und darzustellen. Dabei soll auf alle SaaS-Lösungen sowie Plug-and-Print-Systeme eingegangen werden, die nützlich sein könnten. Lassen Sie sich die Einschränkungen hinsichtlich Bereitstellungszeit, Budget, Entscheidungsfindung und Berichterstellung skizzieren. Sie müssen klare Zielvorgaben festlegen und erklären, welche Ergebnisse erwartet werden, damit Ihre Mitarbeitenden die richtigen Entscheidungen treffen. Organisieren Sie regelmäßig kurze Besprechungen, um sich einen Überblick über den Projektfortschritt zu verschaffen. Greifen Sie nur dort lenkend ein, wo das unbedingt notwendig ist. Ich empfehle immer eine agile Herangehensweise an solche Projekte, mit Workshops unter Einbeziehung von Kunden, Mitarbeitenden und Entwicklern. Mit einer solchen Arbeitsweise vermeiden Sie das „Blackbox-Syndrom“ – Sie sind stattdessen Teilhaber: Sie lenken, wo es nötig ist, vertrauen den Prozess ansonsten aber fähigen Menschen an, die das Zeug dazu haben, Ihre Vorstellungen umzusetzen.

Fallstrick 4: Beim E-Commerce sind nur Vertrieb und Marketing wichtig.

Ich kann das gar nicht genug betonen: Machen Sie jemanden mit Kundenorientierung zum Produktverantwortlichen oder Projektmanager. Dies heißt allerdings nicht, dass Ihre Online-Druck-Plattform zwingend von der Vertriebs- oder Marketingabteilung betreut werden muss. Das Endergebnis soll schließlich nicht eine schicke digitale Ladenfront sein, die viele praktische Funktionen bietet, sich höchstwahrscheinlich aber nur sehr schwer ausführen und betreiben lässt.

Wenn das Betriebsteam nicht einbezogen wird, muss man sich nach Kaufvorgängen auf operative Störungen gefasst machen. Mit den vorhandenen Funktionen, einer aggressiven Preisgestaltung und einem guten Nutzungserlebnis würden Sie Kunden an Land ziehen, aber schon nach dem ersten Kauf wieder verlieren, weil nach der Bestellung alles schief geht.

Bieten Sie also mehr als nur ein gefälliges Logo, das mangelnde Funktionsfähigkeit aufhübscht.

Wie macht man den Mitarbeitenden das neue E-Commerce-Angebot schmackhaft?

Denken Sie agil und beziehen Sie ALLE Abteilungen Ihres Unternehmens in dieses Projekt ein. Der Umstieg auf Web-to-Print ist ein bedeutender strategischer Schritt bei der Transformation eines Druckunternehmens. Die Online-Druck-Plattform hat Auswirkungen auf sämtliche Abteilungen, von den Finanzen bis hin zum Versand. Nicht zuletzt die Personalabteilung ist gefragt, denn dort müssen Mitarbeitende mit neuen digitalen Profilen rekrutiert werden. Meine Empfehlung: Gehen Sie die Auftragsbearbeitung von der digitalen Ladenfront bis zur Lieferung durch. Beziehen Sie bei Workshops, Validierung und Testläufen grundsätzlich jede Abteilung in alle Schritte ein, die in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich liegen. Wenn die Mitarbeitenden bei der Art der Auftragsbearbeitung, bei der Auswahl der Tools oder auch bei den Prozessen mitreden können, integrieren Sie den E-Commerce schneller in ihre Arbeitsabläufe und leisten weniger Widerstand gegen die kommenden Veränderungen. Rentabilität und Mitarbeiterzufriedenheit – die Energie dieser beiden Faktoren sollte man nicht unterschätzen.

Fallstrick 5: Nach der Einführung kommen die Kunden von allein.

Betreiber von Web-to-Print-Plattformen sind oft so besessen von dem Projekt selbst (mit der Entwicklung der Website und einer schönen Benutzeroberfläche, der Einbindung in die Produktionsabläufe, der Fakturierung usw.), dass sie vergessen, sich um eine neue Zielgruppe – oder auch nur um Service für Bestandskunden – zu kümmern.

Die Betreffenden sind der Meinung, dass der Markt nur auf ihre Online-Lösung gewartet hat und Kunden gleich nach dem Start zur digitalen Ladenfront strömen werden. Bereit für den großen Realitätstest? Sie starten Ihre Website, feiern Eröffnung und warten … Und warten … Wie sich zeigen wird, wartet niemand auf Ihr neues Angebot.

Wie startet man das Web-to-Print-Geschäft bestmöglich?

Gleich, nachdem Ihr Projekt angelaufen ist, sollten Sie einen kompletten Kundenakquisitionsplan aufstellen und für seine Umsetzung sorgen. Berücksichtigen Sie dabei die Verhaltensweisen Ihrer Kunden sowie sämtliche aktuell verfügbaren Kanäle, sowohl offline als auch online: SEO, Webmarketing, Social Selling, Events, Telefonanrufe, Direktmarketing … Alle Akquisitionskanäle sollten in Bezug auf Akquisitionsvolumen, Akquisitionskosten und Return on Investment bewertet werden. Machen Sie die Ergebnisse sichtbar.

Wichtig dabei: Vernachlässigen Sie Ihre bestehenden Kunden nicht! Wahrscheinlich kaufen viele Ihrer derzeitigen Offline-Kunden bereits im Internet ein – höchstwahrscheinlich bei Ihren Online-Mitbewerbern. Ihre Kundenakquisition lief bisher offline ab, nun muss sie in den Online-Bereich überführt werden. Sorgen Sie insofern bitte dafür, dass Ihre Marketingstrategie mit Blick auf das neue Serviceangebot auch Möglichkeiten für das Upselling an Ihre Bestandskunden vorsieht – verringern Sie die Abwanderung! Wo wir dabei sind: Verbinden Sie die Maßnahmen mit denen von Fallstrick 2, um Silos in Ihrer Vertriebsstrategie zu eliminieren.

Fallstrick 6: Die Markteinführungszeit spielt keine Rolle.

Au contraire. Die COVID-Krise hat die Verlagerung vom traditionellen Kaufzyklus zum E-Commerce sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich beschleunigt. Potenzielle Kunden brauchen Informationen und Preisangaben, während Vertriebsmitarbeiter immer noch auf ihr Homeoffice beschränkt sind. Wenn Sie jetzt mit der Arbeit an einer Online-Druck-Plattform beginnen, die in zwölf bis zwanzig Monaten einsatzbereit ist, verpassen Sie den Anschluss.

Jetzt ist nicht Zeit zu hadern, sondern Zeit zu handeln. Die Kunden ändern ihr Verhalten – sowohl in der Offline- als auch in der Online-Welt brauchen sie jetzt dringend neue digitale Services und neue Vertriebszyklen. Wenn Sie darauf nicht kurzfristig reagieren, gehen Ihnen langfristig Kunden verloren.

Sie meinen, Sie könnten die abgewanderten Kunden durch neue ersetzen? Verfügt Ihr Unternehmen denn auch über die richtigen Akquisitionswerkzeuge dafür? Ich melde Zweifel an.

Wie lässt sich das Web-to-Print-Geschäft am besten vermarkten?

Gehen Sie es richtig an: Verkürzen Sie die Markteinführungszeit auf ein Minimum, aber denken Sie weiter auch langfristig. Seien Sie möglichst pragmatisch, um rasch den ersten Auftrag zu erhalten. Betrachten Sie Ihr Web-to-Print-Projekt nicht nur aus technischer Sicht – machen Sie, wenn es sein muss, Tabula rasa. Überlegen Sie, welche bekannten und bewährten Lösungen Sie dank sofort einsatzbereiter Konnektoren zusammenstellen können.

Fallstrick 7: Skalierung? Nein danke, hier geht es ohne.

Wissen Sie was? Eigentlich haben Sie recht: Erfolg kann durchaus auch in den Untergang führen. Ich habe so etwas schon oft mitbekommen: Unternehmen führen eine digitale Ladenfront nach dem Quick-and-dirty-Prinzip als vermeintlich schnelle Lösung ein. Dann nehmen die Vertriebsaktivitäten zu, und man stellt fest, dass eine Skalierung unmöglich ist, weil es so viele Workflow-Engpässe gibt.

Glauben Sie mir, das passiert öfter als Sie denken – siehe Fallstrick 1. Zu Pannen kommt es im Bereich der Technologie, beim Branding und sogar in Bezug auf die Produktionsbandbreite. Ihr Online-Druckprojekt würde auf diese Weise zerstört werden; Kunden und Mitarbeitende wären gleichermaßen verärgert.

Wie setzt man beim Web-to-Print-Geschäft Skalierung um?

Seien Sie optimistisch – machen Sie „Think Big“ zu Ihrem Motto. Damit will ich nun aber nicht sagen, dass Sie es mit Erwerbungen oder Personalrekrutierungen übertreiben sollten. Legen Sie den Schwerpunkt auf eine skalierbare Architektur sowie auf Wachstum ohne neue Engpässe. Entwerfen und gestalten Sie Ihre Auftragsabläufe, Ihr Prepress-System sowie Ihren Kundenservice, und behalten Sie dabei die eine Million Euro Umsatz fest im Blick. Entscheiden Sie sich für Lösungen und Hosting-Vereinbarungen, die Ihre Aktivitäten beschleunigen und nicht etwa verlangsamen. Bauen Sie eine elastische und flexible Lösung auf.

Fallstrick 8: Online-Individualisierung ist nichts für das B2B-Geschäft.

Gehören Großunternehmen oder Wiederverkäufer zu Ihrer Zielgruppe? Meinen Sie, dass eine Online-Bearbeitung für solche Kunden nicht interessant wäre? Dann denken Sie besser noch einmal darüber nach.

Zugegeben, eine Online-Individualisierung von Vorlagen kommt meist bei Familien sowie KMUs als Zielgruppe zum Einsatz. Dennoch: Auch große Unternehmen oder Franchisenetzwerke suchen nach derartigen Lösungen, um die Markenkonsistenz zu schützen, neue Umsätze zu generieren sowie die Anpassung, Übersetzung oder Bestellung von Marketingmaterialien zu vereinfachen. Online-Bearbeitung ist die einzige richtige Lösung, wenn Sie Ihren Kunden helfen wollen, den Zeitaufwand für das Bearbeiten von Marketingmaterialbestellungen zu verringern.

Wollen Sie sich eine derart gute Gelegenheit wirklich entgehen lassen?

Welchen Service kann ich meinen B2B-Kunden im Web-to-Print-Geschäft bieten?

Machen Sie sich mit den Anforderungen Ihrer aktuellen und zukünftigen Kunden vertraut. Überlegen Sie sich, wie Sie den Kunden beim Optimieren ihrer Prozesse helfen können. Brauchen die Kunden mehr Kontrolle über ihre Markenkonsistenz oder vielleicht dezentralisierte Bestellprozesse? Bieten Sie gegebenenfalls Online-Individualisierung als intelligente Funktion an. Meine Meinung? Gestalten Sie Ihre Auftragsbearbeitungsarchitektur so, dass sie Upload- und Print-Prozesse parallel zu Online-Design-Workflows bewältigen kann.

Fallstrick 9: Allgegenwärtiges Vorlagen-Chaos.

Die Möglichkeit der Online-Individualisierung von generischen oder gebrandeten Vorlagen ist attraktiv für Kunden, da sich damit in großen Unternehmen Probleme mit der Markenkonsistenz lösen lassen. Bei unangemessener Gestaltung könnten sich die entsprechenden Funktionen aber je nach Gesamtkonzept Ihrer Plattform und in Abhängigkeit von den verschiedenen Benutzerkategorien als wahrer Albtraum erweisen.

Unter Umständen verbringen Kunden in Ihrem Online-Editor Stunden damit, ausgehend von schlechten Benutzeroberflächen schöne Designs zu erstellen, und Ihre Druckvorstufenabteilung verliert bei dem Versuch, diese Designs korrekt zu drucken, den Überblick. Ich garantiere Ihnen: Kunden haben für so etwas kein Verständnis. Sie würden verärgert oder im besten Fall enttäuscht sein.

„Tolle Idee, mangelhafte Umsetzung“ – wünschen Sie sich so ein Kundenurteil?

Wie setzt man intelligente Vorlagen intelligent ein?

Wenn Ihre Kunden Funktionen zur Online-Bearbeitung benötigen, entwickeln Sie eine intelligente Lösung, die für alle Benutzer geeignet ist. Je nach Aufgabenbereich und spezifischen Fähigkeiten müssen bestimmte Werkzeugleisten im Layout des Editors ein- oder ausgeblendet werden, um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu ermöglichen und druckfertige Ausgabedateien entstehen zu lassen. Zeit ist Geld! Wenn der Workflow, den Sie für intelligente Vorlagen aufgebaut haben, vollständig automatisiert ist, können Sie Ihre Wettbewerbsfähigkeit leichter steigern. Verlassen Sie sich darauf: Ihre Produktionszeit verkürzt sich durch einen solchen Workflow, und Ihre Marge wird größer, wie ich auch in einem Webinar für das VIGC in Belgien erläutert habe. Wenn Ihr Workflow für die Online-Bearbeitung intelligent und automatisiert ist, skalieren Sie damit nicht nur Ihre Plattform, sondern gewinnen auch die Loyalität Ihrer Kunden. Das versichere ich Ihnen!

Fallstrick 10: Aber klar – eine Einheitslösung tut’s auch.

Beim Online-Verkauf von Druckerzeugnissen gibt es vielfältige Varianten; die Palette reicht von Grußkarten und Kalendern mit niedlichen Kätzchen bis hin zur Online-Gestaltung von POS-Werbetechnik oder komplexen Verpackungen im Unternehmensdesign. Die Möglichkeiten sind (nahezu) endlos.

Die Kundenanforderungen variieren je nach vorhandenem Druckvorstufenkenntnissen und dem Bestellvolumen enorm. Eine Rolle spielt auch, ob es sich um Wiederverkäufer oder Direktkunden handelt. Viele Druckdienstleister, die ein Projekt für eine Online-Druck-Plattform auf den Weg bringen, sind der Meinung, eine unverwechselbare digitale Ladenfront reiche aus, um unterschiedlichen Kundenkategorien gerecht zu werden.

Ich lasse diese Traumseifenblase nur ungern platzen, aber diese Denkweise ist ein Fehler. Eine Website für Familien gestaltet man anders als Websites für KMUs, für Konzerne oder für Werbeagenturen.

Das Nutzungserlebnis ist im B2C-Bereich ganz anders als im B2B-Bereich – und zur Auftragserteilung kommen auch andere Geräte zum Einsatz: Verbraucher legen Fotoalben auf ihren Smartphones an und speichern dort alle Bilder. Marketingteams oder Wiederverkäufer arbeiten dagegen mit einem guten iMac, über den sie Bestellungen aufgeben, nachdem sie die Dateien mit Adobe™ Photoshop® oder InDesign® vorbereitet haben.

Wie lässt sich das Web-to-Print-Angebot maßgeschneidert auf das spezifische E-Commerce-Ziel ausrichten?

Auch hier gilt: Gehen Sie von Ihrer Kundenzielgruppe aus. Bestimmen Sie mehrere Segmente, und überlegen Sie sich für jedes Segment den jeweils bestmöglichen Service. Führen Sie Kundenbefragungen durch. Fragen Sie nach den jeweiligen Anforderungen und danach, was den Kunden an den Websites Ihrer Mitbewerber gut oder gar nicht gefällt. Versuchen Sie sich vorzustellen, wie die Kundenaktivitäten zukünftig aussehen könnten. Mit etwas Einfühlungsvermögen finden Sie passgenaue Lösungen für die individuellen Anforderungen – mit einem One-to-few-Ansatz statt durch Anbieten einer unscheinbaren One-To-All-Allerweltsplattform. Was das Nutzungserlebnis angeht: Entwickeln Sie für jede Zielgruppe ein Oberflächenlayout, damit der Bearbeitungsworkflow perfekt an die Fähigkeiten und Anforderungen der jeweiligen Benutzer angepasst ist. Sie müssen dafür allerdings eine Web-to-Print-Software wählen, mit der Multi-Layout-Rendering in Anpassung an die Kundenkategorie möglich ist.

Fallstrick 11: Alles, was man braucht, ist ein Schloss auf einer Insel.

Viele E-Commerce-Ladenfronten wirken wie ein monolithisches Standalone-System, das autonom und völlig isoliert von externen Systemen ausgeführt wird. Ursache ist eventuell die Auswahl einer geschlossenen Standardtechnologie oder die Entscheidung für suboptimale Technologie während der Entwicklung.

Am Ende hat man damit eine einzige Plattform, über die zwar Bestellungen entgegengenommen und verarbeitet werden können, die aber keine Interaktion mit anderen Webservices ermöglicht und natürlich auch nicht an spezifische Kundenanforderungen angepasst werden kann.

Das Problem? E-Business ist nicht allein auf das Internet beschränkt. Das B2C-Geschäft läuft mehr und mehr über mobile Anwendungen oder Amazon. Im B2B-Bereich wünschen sich Unternehmen eine Anbindung ihrer DAM- und ERP-Systeme, damit Einkäufer direkt aus der internen Software heraus Angebote einholen oder die Auftragsproduktion verfolgen können.

Immer mehr Cloud-Printing-Plattformen entstehen in Ergänzung zu einem Netzwerk von Fulfillment-Dienstleistern. Warum sollten Sie sich in diesem Zusammenhang die Chance entgehen lassen, Ihre Auftragslage zu verbessern? Und was ist mit den Wiederverkäufern, die bei ihren Online-Design-Tools to work the same way as the prepress software? With a closed e-commerce platform, you will be limited to one unique order input channel, with a single interface that will be too complex for everyday users, and too simple for “power users”.

Wie sieht der größere Rahmen für das E-Commerce-Geschäft aus?

Ihre E-Commerce-Architektur sollte intelligent, offen und flexibel gestaltet sein. Sie muss eine sichere Interaktion mit externen Systemen unterstützen. Insofern muss die Architektur auf API- oder Webservices basieren und eine umfassende Bibliothek an Plug-ins und Erweiterungen bieten. Damit sind Sie in der Lage, eine intelligente digitale Ladenfront mit zugehörigem Backoffice zu gestalten – und das fast ohne Codierung. Alles, was Sie brauchen, sind Plug-in-Module, die auf eine offene und zuverlässige Interoperabilität ausgelegt sind. So sorgen Sie mit Blick auf die Zukunft für Flexibilität: Sie können dann jedes Element Ihrer Architektur verändern, das nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht. Ein Austausch des gesamten Systems ist dafür nicht erforderlich. Vermeiden Sie den monolithischen Ansatz – betrachten Sie Ihre Plattform eher wie eine Zusammenstellung von Lego™-Steinen.
Ich kann das gar nicht genug betonen: Wenn es um Schnittstellen geht, gilt es, das One-size-fits-all-Syndrom zu umgehen. Sie haben es mit unterschiedlichen Zielgruppen zu tun, in denen die Menschen über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen. Wählen Sie deshalb eine Technologie, mit der Sie für jede Benutzerkategorie spezifische Ansichten und Werkzeugleisten erstellen können.

Fallstrick 12: Beschränkung auf den eigenen (Druck-)Bereich.

Bei der Kommunikation mit Marketing- oder Einkaufsteams in großen Unternehmen beschränken Druckdienstleister Ihr Angebot oft auf den reinen Druck.

Warum ist das so? Weil es sich dabei um das Kerngeschäft handelt – bekannt und vertraut. Das ist quasi die Komfortzone. Andere Möglichkeit: Mit der vorhandenen Technologie kann nur die Druckausgabe abgewickelt werden. Auch so lässt man sich auf jeden Fall eine gute Gelegenheit entgehen.

Die Marketingverantwortlichen von großen Unternehmen, KMUs oder Franchisenehmern sind auf der Suche nach globalen Lösungen. Offline, online, Print, digital, Social Media – kurzum: Multi-Channel-Inhalte sind gefragt.

Wie stellt man sich mit E-Commerce am besten auf?

Sie wissen sicher, worauf ich hinauswill. Erweitern Sie auf intelligente Weise Ihren Horizont. E-Commerce ist mehr als der Ausbau Ihrer Technologie. Im Kern geht es darum, sich auf eine neue Denkweise einzustellen, bei der alle Aspekte berücksichtigt werden. Die Technologie wartet gewissermaßen nur darauf, dass Sie sie optimal nutzen.

Fazit

Gehen Sie dort angeln, wo die Fische sind, und verwenden Sie die richtige Angel.

Behalten Sie das im Hinterkopf, um nicht etwa beim Fischen im Trüben in Fallstricke zu geraten. Erweitern Sie Ihren Horizont auf intelligente Weise. Bestimmen Sie die Kundensegmente, auf die Sie sich konzentrieren möchten. Ermitteln Sie die Anforderungen der betreffenden Kundengruppen, erstellen Sie eine dazu passende Liste von problemlösenden Funktionen, die Ihren Kunden mehr Komfort für ihre Alltagsaktivitäten bieten. Bauen Sie davon ausgehend eine Web-to-Print-Plattform mit skalierbarer und flexibler Architektur auf, mit der sich die ermittelten Anforderungen innerhalb kurzer Zeit erfüllen lassen. So steigern Sie Ihren Umsatz und erweitern den Geschäftsumfang Ihrer Kunden.

Petri Heil!

Gast-Blog,

Marketing

Ludovic Martin

16. Juli 2020

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